Gestaltungswettbewerb für den Gedenkort Rummelsburg entschieden

Das Gestaltungskonzept der Arbeitsgemeinschaft von Helga Lieser, Peter Francis Lewis und Jens Henningsen setzte sich beim Gestaltungswettbewerb „Gedenkort Rummelsburg“ durch. Die Fertigstellung des Gedenkortes ist zum Ende des Jahres 2014 geplant. Für die Realisierung sind 120.000 Euro angesetzt, die vom Land Berlin aus dem Mauerfonds und aus dem Bezirkshaushalt Lichtenberg dafür zur Verfügung gestellt werden.

Das Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs und eine Ausstellung aller eingereichten Wettbewerbsbeiträge wird vom 19. Juni bis 2. Juli 2014, täglich von 9:00 – 18:00 Uhr in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (Gensler Str. 66, 13055 Berlin) präsentiert.

Auslober dieses Gestaltungswettbewerbs war das Bezirksamt Lichtenberg, vertreten durch Bezirksbürgermeister Andreas Geisel: „Das Bezirksamt Lichtenberg, die Bezirkspolitiker und Historiker, die Vertreter der Opfergruppen sowie die zahlreichen Anwohnerinnen und Anwohner – wir alle sind jetzt auf einem guten Weg, gemeinsam in Rummelsburg ein würdiges Gedenken an die Opfer zu ermöglichen und deren Geschichte sichtbar zu machen. Der Siegerentwurf hat die Jury durch seine Klarheit und Strukturiertheit überzeugt. Ich bedanke mich beim Preisgericht für diese Auswahlentscheidung.“

Die Entscheidung des Preisgerichts wurde am 28. Mai 2014 unter Vorsitz von Leonie Baumann, der Rektorin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, mit großer Mehrheit gefasst. Das Preisgericht hebt hervor, dass der Entwurf zum Gedenkort ein klares Konzept erkennen lässt und durchdacht wirkt. Ein Gedenk- und Informationsort wird gestaltet, ohne dabei den vorhandenen Raum zu überformen. Die geplante modulare Gestaltung lässt Ergänzungen und die notwendige Flexibilität zu. Der Entwurf hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist selbst erklärend.

Das Konzept der Arbeitsgemeinschaft von Helga Lieser, Peter Francis Lewis und Jens Henningsen sieht eine modulare Konzeption aus unterschiedlichen, gestalterisch aufeinander abgestimmten Säulen und Tafeln vor, die sich von der Hauptstraße über die Mittelpromenade des BerlinCampus bis zum Ufer des Rummelsburger Sees entwickelt. Auf dem Vorplatz vor dem Direktorenhaus wird als Auftakt eine weithin sichtbare Installation aus drei 5 Meter hohen Säulen gesetzt, die in Bild und Text über den historischen Ort informieren. Dabei repräsentieren die unterschiedlichen Oberflächen aus Cortenstahl, poliertem Edelstahl und grauer Lackierung jeweils unterschiedliche historische Epochen des Arbeits- und Bewahrungshauses Rummelsburg und der DDR-Haftanstalt „Rummelsburg“. Entlang der Promenade führen biografische Darstellungen und Zitate von Zeitzeugen zum Ufer. Am Wegesrand wird über die Geschichte der historischen Gebäude informiert.

Hintergrund:
Ziel ist es, mit einem Informations- und Gedenkort an die Geschichte des Arbeits- und Bewahrungshauses Rummelsburg und die DDR-Haftanstalt „Rummelsburg“ sowie deren Vorgeschichte zu erinnern. Es soll ein künstlerisch gestalteter Ort realisiert werden, der in angemessene Form über die Geschichte des Ortes informiert und der heutigen Nutzung entspricht. Der Gedenkort soll die zwei bereits an der Promenade am Rummelsburger See befindlichen Informationstafeln der Berliner Geschichtsmeile sinnvoll ergänzen.
Die Grundlagen für den Wettbewerb waren vom Runden Tisch „Gedenkort Rummelsburg“ auf Anregung von Bürgerinnen und Bürgern sowie auf der Grundlage von Beschlüssen der BVV und des Bezirksamtes Berlin-Lichtenberg erarbeitet worden.
Zum anonym durchgeführten Wettbewerb waren nach einem offenen deutschlandweitem Bewerberverfahren 10 Künstler/innen bzw. Gestalter/innen eingeladen, Vorschläge für die Gestaltung des Ortes der Ausgrenzung und der Verfolgung von randständigen Menschen in zwei Diktaturen zu erarbeiten.

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