Andreas Geisel
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Seit Jahren fordere ich die Barrierefreiheit am S-Bahnhof Betriebsbahnhof Rummelsburg – und seit Jahren passiert: nichts. Inzwischen habe ich zum achten Mal beim Berliner Senat nachgefragt. Und die Antwort bestätigt leider, was ich seit Langem kritisiere: ein massives, systematisches Versagen bei der barrierefreien Erschließung dieses Bahnhofs durch die Deutsche Bahn.

Im Jahr 2024 war der einzige Aufzug am Betriebsbahnhof über 25,3 % der Betriebszeit – also mehr als ein Viertel – nicht funktionsfähig. Und 2025? Da ist es noch schlimmer: Seit Mitte Januar ist der Aufzug praktisch dauerhaft defekt – mit einer durchgehenden Ausfallzeit von elf Wochen am Stück. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Familien mit Kinderwagen bedeutet das: kein Zugang zum Bahnsteig, keine echte Teilhabe am öffentlichen Nahverkehr.

Und was tut der Senat? Er schreibt in seinen Antworten lediglich die Ausreden der Deutschen Bahn ab, anstatt Konsequenzen zu ziehen oder aktiv zu werden. Nach zweieinhalb Jahren bekommen wir die lapidare Mitteilung, man beginne „nun mit der Grundlagenermittlung für ein neues Projekt“. Offenbar war man in all der Zeit nicht einmal bereit oder in der Lage, ein normales Planungsverfahren einzuleiten.

Dass der aktuelle Aufzug ein technisches Einzelstück ist und es keine Ersatzteile gibt, verschlimmert die Lage. Wer solche Technik verbaut und keinen Plan für den Ausfall hat, handelt grob fahrlässig. Für viele Menschen ist dieser Aufzug kein Extra, sondern der einzige Weg zum Bahnsteig.

Auch Ausflüchte wie „Vandalismus“ oder alternative Angebote wie MUVA (Rufsystem für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste) ändern nichts am Grundproblem. Wenn ein System regelmäßig versagt, muss es ersetzt werden – Punkt.

Jetzt ist endlich vage von zwei neuen Standardaufzügen und einer Überführung die Rede. Klingt gut – aber es fehlen alle wichtigen Angaben: Wann? Wie wird finanziert? Wer übernimmt Verantwortung? Solange das offen bleibt, sind das nur schöne Worte ohne Wirkung.

Ich bleibe dran. Barrierefreiheit darf kein Lippenbekenntnis sein, sie muss umgesetzt werden. Berlin kann sich diesen Zustand nicht länger leisten – weder sozial noch verkehrspolitisch.

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