Ein Schulcampus für den Lichtenberger Süden

Ein Blick auf die Bevölkerungsprognose zeigt: Bis 2030 wird Karlshorst um über 30 Prozent wachsen, der Anteil der 0-18 jährigen steigt sogar um bis zu 50 Prozent. Ein neuer Schulstandort mit Grundschule, Integrierter Sekundarschule und einer Erweiterung des Coppi-Gymnasiums am Standort der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ist eine gute Lösung für die Hochschule und die vielen neuen Schulkinder im Bezirk.

Die Idee für den neuen Campus gibt es seit Dezember vergangenen Jahres. Ich habe mich im April mit den Vertretern der HTW zusammen gesetzt und habe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese soll prüfen, ob der Gebäudetrakt für den Schulbetrieb geeignet ist. Am Standort der HTW gäbe es reichlich Platz, um ganz verschiedene Schultypen zu integrieren. Zusammen mit der neuen Sporthalle des Coppi-Gymnasiums und einem Sportplatz, der hinter den HTW-Gebäuden entstehen könnte, würde ein riesiger Bildungs-Campus entstehen. Dieser würde kostengünstig die aktuellen Herausforderungen der Schulplatzversorgung im Lichtenberger Süden lösen.

Der Standort selbst eignet sich sehr gut. Einige Areale der HTW wurden bis 1950 als Schule genutzt, im vorderen Altbau war das Kant-Gymnasium untergebracht. Die Umwandlung in einen Schul-Campus könnte in fünf bis acht Jahren umgesetzt werden. Das käme zeitlich genau mit der zu erwartenden Bedarfsspitze an Schulplätzen zusammen. Bildungs- und stadtentwicklungspolitisch wäre dieses Projekt vorbildlich. Die Umwidmung des Standortes von einer Hochschule zur Schule wäre leicht möglich. Der Standort bliebe weiterhin im Besitz des Landes Berlin. Schon seit vielen Jahren hat die HTW die Absicht, nach Oberschöneweide zu ziehen. Allerdings gab es bisher kein Konzept für eine Nachnutzung des Standortes in Karlshorst. Das ist nun anders. Die Hochschule könnte ihre Ressourcen am Standort in Oberschöneweide bündeln, und am Römerweg könnten die verschiedenen Schulen sinnvoll Synergien nutzen. Auch Bildungssenatorin Scheeres würde das Projekt begrüßen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird nun den Flächennutzungsplan in Oberschöneweide entsprechend des beabsichtigten Zuzuges der HTW umplanen. Bürger und Anwohner werden in die Diskussion um einen Schul-Campus einbezogen. So gab es bereits im April eine Diskussionsveranstaltung in der HTW. Dieser Dialog muss fortgesetzt werden. Entscheidend ist, dass am Ende die bestmögliche Lösung für die Lichtenberger Kinder umgesetzt wird.

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