7. November: Gedenkveranstaltung „DenkOrt“

Auch in diesem Jahr gedenken das Bezirksamt Lichtenberg und die Bezirksverordnetenversammlung wieder gemeinsam mit Angehörigen und Hinterbliebenen der Menschen, die 1945/46 im Speziallager Nr. 3 des NKWD in der Genslerstraße in Hohenschönhausen ums Leben kamen.

Bezirksbürgermeister Andreas Geisel ruft die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger zur Teilnahme am Gedenken am 7. November 2014 auf. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr am DENKOrt auf dem städtischen Friedhof Hohenschönhausen (Gärtnerstraße/ Ecke Rhinstraße, 13055 Berlin). Am Denkstein und auf dem Denksteinfeld werden Blumen niedergelegt.

Die Gedenkrede hält Dr. Wolfgang-Christian Fuchs, Beauftragter der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) und Vorsitzender der Internationalen Assoziation der ehemaligen Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft.
Jan George, liest Gedichte seines 1945 in Hohenschönhausen inhaftierten Vaters, des bekannten Schauspielers Heinrich George.
Auch in diesem Jahr beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler des Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums mit einem kurzen musikalischen Programm.

Im Anschluss an die Veranstaltung lädt das Bezirksamt zu einem Empfang für Angehörige, Hinterbliebene und Interessierte in die Gedenkstätte Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, ein. Dort wird dann das gerade erschienene Totenbuch vorgestellt, welches auch die bislang bekannten Namen von Opfern enthält.

Hintergrund:
Zwischen Mai 1945 und Oktober 1946 hatte das NKWD das Berliner Lager an der Genslerstraße eingerichtet. Etwa 20 000 Menschen waren hier interniert. Schätzungen zufolge starben damals mehr als 2.000 Häftlinge. Sie fielen Hunger, Kälte und Krankheit zum Opfer und wurden in Massengräbern verscharrt.

Die Gebeine namenloser Toter, die 1995 bei Suchgrabungen im Umfeld des Lagers gefunden worden waren, wurden auf dem städtischen Friedhof Hohenschönhausen an der Gärtnerstraße bestattet.

Am 24. Oktober 1998 wurde dort der DenkOrt eingeweiht. Er wurde in Regie des Bezirksamtes, nach einem Entwurf des Diplomdesigners Manfred Höhne, realisiert. Dazu gehören das mit Feldsteinen belegte Gräberfeld, der Denkstein mit gusseiserner Tafel und Inschrift, der mit dornigen Sträuchern gesäumte Zugang zum Gräberfeld und der als Labyrinth gestaltete Eingangsbereich aus Eichenbohlen. Unzählige Feldsteine stehen anonym für die Toten und erinnern an das Geschehen vor über einem halben Jahrhundert in Berlin.

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