Johannes-Fest-Platz

Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin wurde am 5. Februar 2014 der bisher namenlose neue Stadtplatz vor dem Theater Karlshorst benannt – er erhielt den Namen „Johannes-Fest-Platz“.

Bei schönstem Sonnenschein fanden sich etwa 200 Bürgerinnen und Bürger auf dem Platz ein. Bürgermeister Andreas Geisel enthüllte im Beisein der Familie Fest das Gedenkschild zu Ehren Johannes Fests. Der Bezirk Berlin-Lichtenberg würdigt mit dieser Benennung den standhaften Karlshorster Bürger, Schulrat und Politiker Johannes Fest zu seinem 125. Geburtstag. Fest war in Lichtenberg politisch aktiv. Sein Sohn Joachim Fest, namhafter Journalist und Publizist, hat ihm in seinem Buch „Ich nicht. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend“, Reinbek, Rowohlt 2006, ein liebevolles Denkmal gesetzt. Das ist nun auch im öffentlichen Raum Berlins geschehen.

Fest verbarg 1933 auch nach der Machtübergabe an die Hitlerpartei seine antinazistische Haltung nicht. „Auch wenn alle mitmachen – ich nicht!“ war einer seiner Grundsätze. So wurde er am 18.04.1933 aus dem Amt des Rektors der 20. Grundschule entfernt und erhielt Berufsverbot, das selbst die Erteilung von Nachhilfeunterricht einschloss. Er hielt engen Kontakt zu anderen Nazigegnern, sah die Judenverfolgung und den Krieg voraus.
In seiner Laudatio bedankte sich Andreas Geisel bei allen Akteuren für ihr Engagement zur Ehrung Johannes Fests. Er beschrieb Johannes Fest so: „Johannes Fest war nicht nur ein tief gläubiger Katholik, er war auch überzeugter, ja kämpferischer Demokrat“. Nach der Laudatio bedankte sich Dr. Nikolaus Fest besonders bei dem zurückgetretenen Staatssekretär André Schmitz und Bernd Schultz für ihre Hartnäckigkeit, die zur Ehrung seines Großvaters führte. Zum Abschluss las der Schauspieler Ulrich Matthes aus dem Buch „Ich nicht“ von Joachim Fest über dessen Vater.

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