31.03.2010 | Aus meiner Arbeit als Bezirksstadtrat

Denkmal des Monats: März – Hochschule für Technik und Wirtschaft in der Treskowallee 8-12

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HTW Berlin, Campus KarlshorstAm 15. April 1914, in einer Zeit, in welcher der Ausbruch des ersten Weltkrieges kurz bevor stand, wurde das Gebäude als Gymnasium feierlich eingeweiht. Eine Besonderheit war, dass Mädchen und Jungen in einem Schulgebäude unterrichtet wurden. Fertig war zu dieser Zeit jedoch nur das Haupthaus, alle weiteren Gebäude des Komplexes kamen später hinzu, wie der Südflügel im Jahr 1920.

In seiner Entstehungszeit war es das erste selbständige Gebäude für höhere Bildung in Karlshorst und markiert somit einen Meilenstein in der Entwicklung der Gemeinde. Darüber hinaus diente das Gebäude im Laufe seiner Entwicklung auch administrativen Zwecken der Gemeinde sowie der Volksbildung, war mithin untrennbarer architektonischer Teil des Gemeindelebens. Architekturhistorisch ist das Denkmal dem Neoklassizismus zuzuordnen.

Im Gymnasium mit 580 Schülern waren Reformgymnasium, Reformrealgymnasium und Oberrealschule unter einheitlicher Leitung und mit geschlossenem Lehrerkollegium vereint. Aufbauend auf einer gemeinsamen Unterstufe setzte in der Mittelstufe die Gabelung der Schulzweige ein, und der Unterricht der Oberstufe wurde bereits im Kurssystem mit Wahl- und Pflichtfächern erteilt und entsprach im Grunde schon der heutigen reformierten Oberstufe. Die Schule genoss damals guten pädagogischen Ruf. Nach einem Ministerialerlass von 1929 gehörte sie zu den “bedeutungsvollen Schulen”.

Im Laufe seiner Geschichte waren die Nutzungen des Gebäudes unterschiedlich. Nach 1945 wurde die bestehende Schule aufgelöst und in der sowjetischen Besatzungszone begann man, die Planwirtschaft analog der Sowjetunion einzuführen, Das bedingte, dass entsprechende Ökonomen ausgebildet werden mussten. Das Gebäude wurde dem Bezirk Lichtenberg entzogen und am 4. Oktober 1950 gründete sich das “Planökonomische Institut beim Ministerium für Planung”. 1954 dann benannt in “Hochschule für Ökonomie und Planung”, weitere Namensänderungen folgten. Die Hochschule galt in der DDR als Kaderschmiede für Ökonomen und von 1951 bis 1984 absolvierten hier über 17.000 Direktstudenten ihr fünfjähriges Studium.
Mit dem Ende der DDR begann auch das Ende der “Hochschule für Ökonomie”, wie sie zu diesem Zeitpunkt hieß. Ohne Rechtsnachfolger wurde sie am 30. September 1990 aufgelöst.

Die “Fachhochschule für Technik und Wirtschaft” (FHTW) – hervorgegangen aus verschiedenen Ostberliner Fachhochschulen- übernahm 1991 die Immobilie. Die FHTW Berlin hat sich am 1. April 2009 in Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) umbenannt.
Der Standort heißt heute Campus Treskowallee und beherbergt nach wie vor die Verwaltung der gesamten Hochschule. Der zweite Teil der Hochschule ist der Campus Wilhelminenhof in Schöneweide. Hierher wurden diverse Fachbereiche aus Karlshorst verlegt. In der Treskowallee befinden sich aktuell unter anderem der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, ein Existenzgründerzentrum, die Hauptbibliothek und ein Rechenzentrum.


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